Kasualpapier

Eltern freuen sich über die Geburt ihres Kindes, Jugendliche treten ins Erwachsenenleben ein, Paare versprechen einander Liebe und Treue, und Hinterbliebene nehmen Abschied von Verstorbenen. Solche markanten Lebensmomente sind seit jeher Anlass für rituelle Feiern, die Menschen über eine Schwelle in eine neue Lebensphase begleiten. Über Jahrhunderte hinweg spielten die christlichen Kirchen dabei eine zentrale Rolle: Die Geburt wurde mit der Taufe verbunden, die Konfirmation markierte den Schritt ins Erwachsensein, die Trauung vor dem Altar stand für das verbindliche Ja zweier Menschen, und auch die Bestattung lag selbstverständlich in kirchlicher Verantwortung.

In diesen Kasualien wird Menschen der Segen Gottes zugesprochen. Wer ihn empfängt, soll zugleich ermutigt und befähigt werden, selbst zum Segen für andere zu werden. Gerade deshalb bleiben viele Christinnen und Christen ihrer Kirche wegen dieser Feiern verbunden. Kasualgottesdienste erreichen nicht nur die unmittelbar Beteiligten, sondern auch Familien, Freundeskreise und weitere Begleitpersonen. Kaum eine andere kirchliche Praxis bringt die Botschaft des Evangeliums so nah an Menschen heran, und das gerade in Momenten besonderer Offenheit und Verletzlichkeit.

Zugleich wächst der Konkurrenzdruck. Immer häufiger wählen Menschen an Lebensübergängen andere Anbieter oder verzichten ganz auf eine liturgische und seelsorgliche Begleitung. Vor diesem Hintergrund will der Text die Chancen der Kasualien für Verkündigung und Seelsorge herausstellen. Er lädt dazu ein, offen über Formen, Erwartungen und Möglichkeiten in Gemeinden, Presbyterien und Synoden zu sprechen. Als Gesprächsanregung möchte er helfen, Kasualien mit wohlwollendem Interesse, kirchlicher Qualität und größerer Serviceorientierung zu gestalten.

Der Herausforderung einer zeitgenössischen Kasualpraxis hat sich die Fachgruppe Gottesdienst und Kirchenmusik in vergangenen Jahren wiederholt gewidmet. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Vertreter:innen des Innerkirchlichen Ausschusses, des Theologischen Ausschusses und der Fachgruppe hatte daraufhin die Grundlage für das Diskussionspapier „Du wirst ein Segen sein!“.

Das Diskussionspapier richtet den Blick vor allem auf die Chancen, die die Kasualien für unsere Kirche mit ihrem Auftrag zu Verkündigung und Seelsorge darstellen.

  • Es ermuntert zum offenen Dialog über die Kasualien in Gemeinden, Presbyterien und Synoden.
  • Es stellt wesentliche Aspekte zusammen, die als Grundlage für dieses Gespräch dienen können.
  • Es wirbt für eine offene, von wohlwollendem Interesse getragene Begegnung mit denen, die eine Kasualie feiern möchten.
  • Es gibt Anregungen, wie Gemeinden und Kirchenkreise mit den Erwartungen von Kirchenmitgliedern umgehen können.

 

Der Text kann auf www.ekir.de/kasualpraxis gelesen oder unten als PDF heruntergeladen werden. Auf der Website kann man zudem jedes Kapitel online kommentieren.

 

 

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