Die Konfirmation ist der feierliche Höhepunkt und Abschluss der Konfirmandenzeit. Sie markiert einen wichtigen Übergang im Leben junger Menschen, die sich vom geschützten Raum der Kindheit lösen und Schritte ins Erwachsenwerden gehen. In der Kirche bekennen sie gemeinsam mit der Gemeinde den christlichen Glauben und empfangen den Segen Gottes. Für viele Jugendliche und ihre Familien ist das ein bedeutsamer Moment, weil damit nicht nur ein religiöser, sondern auch ein familiärer und gesellschaftlicher Entwicklungsschritt sichtbar wird.
Die Konfirmation ist bis heute sehr beliebt. Jährlich feiern im Rheinland rund 16.000 Jugendliche diesen Tag, und ein großer Teil eines Jahrgangs nimmt daran teil. Bemerkenswert ist auch, dass einige Jugendliche im Zusammenhang mit der Konfirmation noch getauft werden. Die Konfirmation bleibt damit ein Ort, an dem Glauben, Biografie und kirchliche Zugehörigkeit auf besondere Weise zusammenkommen.
Feierformen und Gestaltung
In den meisten Gemeinden findet die Konfirmation weiterhin im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes statt. Dabei begegnen sich die Ortsgemeinde und eine größere Zahl von Angehörigen, die eigens zur Feier kommen. Diese Zusammenkunft bietet Chancen, aber auch Spannungen, weil unterschiedliche Erwartungen aufeinandertreffen. Die Konfirmandenzeit soll deshalb nicht nur der Vorbereitung der Jugendlichen dienen, sondern auch ein Raum sein, in dem über Gottesdienstformen, Glaubenserfahrungen und kirchliche Traditionen gesprochen wird.
Besonders während der Corona-Zeit haben sich neue Formen entwickelt, etwa Feiern in kleinen Gruppen, im Freien, im Garten, an der Haustür oder digital per Zoom. Auch Segenshandlungen unter Beteiligung von Eltern und Patinnen und Paten sind entstanden. Viele dieser Erfahrungen können die kirchliche Praxis auch langfristig bereichern, weil sie zeigen, dass Konfirmation nicht an eine einzige Form gebunden ist.
Musik und Beteiligung
Musik spielt bei der Konfirmation eine wichtige Rolle, doch es gibt unter Jugendlichen keine einheitliche Musikvorliebe. Gerade deshalb ist es sinnvoll, schon während der Konfirmandenzeit nach musikalischen Formen zu suchen, mit denen sich die Jugendlichen selbst ausdrücken können. Kirchenmusiker:innen und musikalisch versierte Teamer:innen sollten in die Vorbereitung einbezogen werden. So können auch Jugendchöre, Elternchöre, Bands oder projektbezogene Ensembles entstehen, die der Feier eine besondere Prägung geben.
Die Konfirmation lebt überhaupt stark von Beteiligung. Haupt- und Ehrenamtliche, Eltern, Teamer:innen, Presbyteriumsmitglieder und Musikgruppen gestalten die Feier gemeinsam. Dadurch kommen verschiedene Generationen und Lebenswelten miteinander in Kontakt. Auch wenn dabei unterschiedliche Vorstellungen aufeinandertreffen, lassen sich meist Formen finden, die die Segensfeier als glaubwürdigen Zuspruch Gottes erfahrbar machen.
Patenschaft und Begleitung
Ein wichtiger Aspekt ist die Rolle der Patinnen und Paten. Sie werden im Konfirmationsgottesdienst nicht einfach überflüssig, sondern ihre Aufgabe verändert sich. An die Stelle der Begleitung in der frühen Kindheit tritt nun die Funktion als Gesprächspartner:innen, Wegbegleiter:innen und Ratsuchende für die Jugendlichen. Gerade in einer Zeit, in der viele junge Menschen erst während der Konfirmandenzeit oder sogar erst zur Konfirmation getauft werden, bleibt diese Form der Beziehung besonders wichtig.
Die Konfirmandenzeit selbst ist eine Phase intensiver Begleitung. Über ein bis zwei Jahre erleben die Jugendlichen Gemeinde nicht nur als Institution, sondern als Raum gemeinsamer Erfahrungen. Nach der Konfirmation schließen sich manche an die Gemeinde weiter an, etwa als Teamer:innen oder in neuen Gruppen. Andere bleiben der Kirche eher punktuell verbunden. Wie nachhaltig die Konfirmation wirkt, hängt stark davon ab, welche Erfahrungen die Jugendlichen in dieser Zeit mit Glauben, Kirche und Gemeinschaft machen.
Taufe und Gleichstellung
Immer mehr Konfirmand:innen sind zu Beginn der Vorbereitungszeit noch ungetauft. Deshalb braucht es Formen, die sie einladen und einbeziehen. Neben der Taufe im Konfirmationsgottesdienst kommen auch Tauffeste, Taufen im Konfi-Camp oder familiäre Feiern in Betracht. So kann die Konfirmation zugleich ein Weg zur Taufe sein.
Mit der Konfirmation ist außerdem die Beteiligung an bestimmten kirchlichen Rechten verbunden, etwa bei der Presbyteriumswahl. Wer früher nicht konfirmiert wurde, kann eine Gleichstellung mit Konfirmierten beantragen. Auch das sollte nicht bloß ein Verwaltungsakt sein, sondern Anlass für Gespräche über Glauben und Zugehörigkeit. In einer liturgischen Feier kann dieser Schritt mit Gottes Segen und dem Beistand der Gemeinde verbunden werden.
Dieser Text ist eine KI-unterstütze Zusammenfassung des Kapitels 3.2 Konfirmation des Diskussionspapiers „Du wirst ein Segen sein!“.